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Der Polizeiärztliche Dienst bietet spannende Einblicke in die Polizeiarbeit und viel Abwechslung

Einsatzbegleitung
Der Polizeiärztliche Dienst bietet spannende Einblicke in die Polizeiarbeit und viel Abwechslung
Die Aufgaben der Polizeiärztinnen und Polizeiärzte reichen von der Allgemein- und Notfallmedizin bis hin zu betriebsmedizinischen Aufgaben.
IM NRW

Polizeiärztinnen und -ärzte machen ihre Arbeit mit Herzblut. „Für mich steht die Gesundheit der Polizeibediensteten im Fokus. Sie setzen sich jeden Tag für uns und unsere Sicherheit ein und sind in meinen Augen das größte Kapital der Polizei NRW.“ So erklärt die Polizeiärztin Dr. Johanna Jansen-Kamp, weshalb sie seit 2,5 Jahren bei der Polizei NRW ihre Berufung gefunden hat.

Ihre Entscheidung hat sie nicht bereut. „Als Ansprechpartnerin und Expertin für betriebsärztliche, einsatzmedizinische, gutachterliche und kassenrechtliche Fragen habe ich sehr viel mehr Einfluss auf die Gesunderhaltung und -förderung der Polizeibediensteten als ein Haus- oder Betriebsarzt“, ist sie überzeugt. Hinzu kommt, dass diese Arbeit unabhängig von wirtschaftlichem Druck geschieht und ohne regelmäßige Wochenend- oder Nachtdienste.

Beim Polizeiärztlichen Dienst wird Teamarbeit gelebt. Jansen-Kamp macht es „unglaublich viel Freude“ in der eigenen Dienststelle oder bei landesweiten Einsätzen mit Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Polizei zusammenzuarbeiten. Sie weiß um die Wichtigkeit ihrer Aufgabe. „Durch unseren Einsatz sind wir wesentlich daran beteiligt, die Leistungsfähigkeit unserer Polizei in NRW sicherzustellen.“

Zu den Aufgaben von Polizeiärztinnen und -ärzten gehört es, die Arbeits- und Betriebsmedizin weiter zu entwickeln, Polizistinnen und Polizisten bei Einsätzen zu begleiten sowie die medizinische Begutachtung. Dabei haben sie kurativ und präventiv deutlich mehr Möglichkeiten als andere Betriebsärztinnen und -ärzte.

 

Arbeits-/Betriebsmedizin

Arbeitsmedizin setzt sich präventivmedizinisch mit den Einwirkungen des Arbeitsplatzes auf den Menschen auseinander. Die Gesundheit der arbeitenden Menschen zu erhalten und zu fördern, ist das erklärte Ziel der Arbeitsmedizin.

Innerhalb der Polizei existieren im Wach- und Wechseldienst, im Kriminalitätsbereich, im Verkehrsdienst und in den Sonderverwendungen unterschiedlichste Arbeitsanforderungen. Neben der regelmäßigen arbeitsmedizinischen Vorsorge und betriebsärztlichen Aufgaben analog der Vorgaben des Arbeitssicherheitsgesetzes, entwickeln die Polizeiärztinnen und -ärzte den Arbeits- und Gesundheitsschutz innerhalb der Polizei weiter. Um den teils sehr speziellen physischen und psychischen Anforderungen bei der Polizei mit angemessenen verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen entgegenzuwirken, ist betriebsmedizinische Expertise notwendig.

 

Einsatzmedizin

Eine wesentliche Aufgabe von Polizeiärztinnen und -ärzten ist das Begleiten der Einsätze von Hundertschaften der Polizei. Bei Fußballspielen und Demonstrationen, aber auch Großeinsätzen wie G20-Gipeln oder Kirchentagen, werden die Polizeibediensteten durch den Polizeiärztlichen Dienst (PÄD) hausärztlich und in seltenen Fällen auch notfallmedizinisch betreut. Soweit erforderlich wird auch die Erstversorgung von Nicht-Polizeiangehörigen bis zur Übergabe an den kommunalen Rettungsdienst durchgeführt.

Des Weiteren können Polizeiärztinnen und -ärzte nach dem Erwerb der notwendigen Kompetenzen, freiwillig an Einsätzen der Spezialeinheiten teilnehmen, Tauchereinsatzgruppen betreuen und Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen beraten.

 

Medizinische Begutachtungen

Eine zentrale Aufgabe von Polizeiärztinnen und -ärzten sind die verschiedenen Arten polizeiärztlicher Begutachtungen:

  • bei Auswahluntersuchungen zur Einstellung, um die Polizeidiensttauglichkeit festzustellen,
  • bei Auswahluntersuchungen für Spezialverwendungen,
  • bei der Feststellung der Polizeidienstfähigkeit und der allgemeinen Dienstfähigkeit und
  • nach einem Dienstunfall, um den Grad der Schädigungsfolgen festzustellen.

Für alle Arten der polizeiärztlichen Begutachtung gilt, dass Polizeiärztinnen und -ärzte grundlegend in dieses Thema eingeführt und eingearbeitet werden. Des Weiteren finden für sie regelmäßige interne Fortbildungen statt.

 

Freie Heilfürsorge

Die freie Heilfürsorge hat die Aufgabe, die Gesundheit der Polizistinnen und Polizisten zu erhalten oder wiederherzustellen, so dass die Polizeidienstfähigkeit garantiert ist. Die ambulante ärztliche Versorgung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten erfolgt grundsätzlich durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Polizeiärztinnen und –ärzte werden darüber hinaus für eine kurative Versorgung aufgesucht. Beispielsweise wenn Beschwerden oder Befunde sich auf die dienstliche Tätigkeit auswirken oder eine Behandlung dringend notwendig ist.

Auch präventiv haben Polizeiärztinnen und Polizeiärzte viele Möglichkeiten. So führen sie auch privat erforderliche Impfungen einschließlich reisemedizinischer Beratungen oder Laboruntersuchungen durch, ohne den Budgetvorgaben des kassenärztlichen Systems zu unterliegen.

 

Fazit

Durch die Verzahnung von arbeitsmedizinischen und kurativen Kompetenzen sowie den Vorgaben der Freien Heilfürsorge verfügen die Polizeiärztinnen und -ärzte über Möglichkeiten, die es in keinem anderen Bereich der Gesundheitsversorgung so gibt. Diese optimalen Voraussetzungen helfen ihnen, bestmöglich für die Gesundheit der Polizistinnen und Polizisten in NRW zu sorgen.

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