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Bad Honnef: Erst Hausierer, dann falsche Polizisten

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Bad Honnef: Erst Hausierer, dann falsche Polizisten
In kurzer Abfolge kam es am Montagvormittag in Bad Honnef zu zwei mutmaßlichen Betrugsversuchen.
PLZ
53604
Polizei Bonn

Immer wieder kommt es im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei derzeit zu Anrufen von Telefonbetrügern, die sich als Polizeibeamte oder sonstige Amtsträger ausgeben. Bei der Herangehensweise zeigen sich die Kriminellen dabei stets erfinderisch. Mal wird mit technischen Tricks die im Display angezeigte Telefonnummer zu "110" manipuliert, mal sollen Einbrecher in der Nachbarschaft unterwegs sein oder man müsse die Angerufenen vor betrügerischen Bankmitarbeitern schützen.

In kurzer Abfolge kam es am Montagvormittag in Bad Honnef zu zwei mutmaßlichen Betrugsversuchen: Gegen 11:30 Uhr erhielt dort eine Seniorin ungebetenen Besuch von einer Hausiererin, die Stickereien an ihrer Haustüre anbot. Während des Gesprächs drängte sich bei der 84-Jährigen allerdings der Verdacht auf, dass es der Dame darum ging, unter diesem Vorwand in ihre Wohnung zu gelangen. Sie reagierte richtig und schickte die vermeintliche Verkäuferin weg.

Die Frau wird als etwa

  • 1,60 Meter bis 1,70 Meter groß,
  • ca. 30 bis 40 Jahre alt,
  • mit schlanker Statur, blonden Haaren und Hochsteckfrisur
  • sowie mittel- oder osteuropäischem Erscheinungsbild

beschrieben. Sie sprach akzentfrei deutsch und war hell gekleidet.

Es dauerte jedoch nur einige Minuten, bis das Telefon der Seniorin klingelte und ein unbekannter Mann, der sich in akzentfreiem deutsch als Angehöriger der "Polizeistation 1" ausgab, von zahlreichen Wohnungseinbrüchen in der Nachbarschaft berichtete. Auch diesen Betrugsversuch beendete die rüstige Dame zügig, legte auf und rief die Polizei.

Das zuständige Kriminalkommissariat 24 hat die Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen und prüft auch, inwieweit ein Zusammenhang zwischen den beiden mutmaßlichen Betrugsversuchen besteht.

Die Bonner Polizei nimmt dies zum Anlass, um erneut vor Telefonbetrügern und Haustürgeschäften zu warnen. Grundsätzlich gilt:

  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in die Wohnung zu lassen.
  • Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür genau an, zum Beispiel durch den Türspion oder das Fenster. Benutzen Sie die Türsprechanlage.
  • Öffnen Sie Ihre Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre. Ist keine Türsperre vorhanden, öffnen Sie nicht. Sprechen Sie durch die geschlossene Tür.
  • Kaufen oder unterschreiben Sie niemals etwas an der Haustür.
  • Die angebotenen Gegenstände (zum Beispiel Teppiche, Besteck, Schmuck) oder Handwerkerleistungen sind meist nur geringwertig oder gar wertlos.
  • Lassen Sie unaufgefordert kommende "Vertreter" oder "Verkäufer" nicht in Ihre Wohnung.

Zum Schutz vor falschen Polizeibeamten rät die Polizei zudem:

  • Lassen Sie sich den Namen nennen, legen Sie auf, rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde über die Rufnummer 110 an und schildern Sie den Sachverhalt.
  • Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über IhreVermögensverhältnisse oder andere sensible Daten. 
  • Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür. Ziehen Sie eineVertrauensperson hinzu.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekanntePersonen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten. 

Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

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