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Eine Initiative zur Verhinderung von Jugendkriminalität

Kurve kriegen
Eine Initiative zur Verhinderung von Jugendkriminalität
Die NRW-Initiative „Kurve kriegen“ wird seit 2016 erfolgreich bei der Polizei Bonn durchgeführt.

Die Initiative zielt darauf ab, besonders kriminalitätsgefährdete Kinder und junge Jugendliche so früh wie möglich zu erkennen und sie durch individuelle, passgenaue Reaktionen und Maßnahmen vor einem dauerhaften Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. 

Bei der Auswahl der Zielgruppe geht es neben der Feststellung der Art und des Umfangs strafrechtlicher Auffälligkeiten insbesondere auch um die Berücksichtigung der Lebensumstände dieser Kinder und jungen Jugendlichen, denn Problembelastungen (sog. Risikofaktoren) können maßgebliche Ursachen für die Entstehung und Entwicklung manifestierter Kriminalität sein. 

Zur Erreichung der Ziele arbeitet die Polizei mit anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe zusammen (in der Polizeibehörde Bonn mit update - Fachstelle für Suchtprävention von Caritas / Diakonie). 
Sie stellen per Dienstleistungsvertrag pädagogische Fachkräfte (PFK) zur Verfügung, welche ihr Büro in den Räumlichkeiten der Polizei haben und bieten  gezielte Unterstützung für Kinder und junge Jugendliche an der Initiative „Kurve kriegen“ teilnehmen. Sie ermöglichen individuelle und frühzeitige Hilfeangebote, die langfristig kriminalpräventiv wirken. Im Rahmen von „Kurve kriegen“ können die PFK für die Teilnehmer/innen auch Angebote und pädagogische Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe vor Ort einbeziehen.

Das Hauptziel der Initiative ist es zu verhindern, dass stark gefährdete Kinder und Jugendliche dauerhaft in die Kriminalität abgleiten.

In die Initiative können Kinder und Jugendliche im Alter von 8-15 Jahren aufgenommen werden, die mindestens ein Gewaltdelikt oder drei Eigentumsdelikte begangen haben und deren Lebensumstände deutlich mit Risikofaktoren belastet sind. Ein besonderer Fokus liegt auf den Strafunmündigen. 

Die Teilnahme an „Kurve kriegen“ ist freiwillig und kostenlos. Die Initiative wird größtenteils durch Mittel des Landes NRW finanziert.

Die Betreuungsdauer ist für mindestens 1 Jahr geplant und kann nach individuellem Bedarf mehrmals um jeweils 6 Monate verlängert werden. Sie endet spätestens mit Vollendung des 18. Lebensjahres.

Die NRW-Initiative „Kurve kriegen“ ist erfolgreich und wirkungsvoll. Das wird durch die Prozess- und Wirkungsevaluation der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sowie die Kosten-Nutzen-Analyse der Prognos AG deutlich belegt.

Die Ergebnisse der Prognos AG hinsichtlich der Delinquenz belegen, dass 

•    40 % der untersuchten Absolventen gar keine Straftaten mehr begehen. 
•    die Anzahl der begangenen Delikte bei den übrigen Absolventen um 50 %, im Bereich der Körperverletzungen sogar um 75 % reduziert werden konnte.

Bis zum 25. Lebensjahr eines aktiven Intensivtäters werden durchschnittlich 100 Menschen zu Opfern seiner Straftaten.
Die volkswirtschaftlichen Kosten, die solch ein Einzeltäter auf diesem Weg laut Prognos AG im Alter von 14 bis 25 Jahren verursacht, liegen bei 1,7 Millionen Euro.
Die Ergebnisse der Prognos AG hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses belegen, dass jedem in die Initiative investierten Euro eingesparte soziale Folgekosten (z. B. Erziehungshilfen, Haft, Arbeitslosigkeit sowie entgangene Einnahmen durch nicht gezahlte Steuern) in Höhe von drei bis zehn Euro gegenüber stehen.
(Die umfangreichen Evaluationsergebnisse sind auf der Website der Initiative nachlesbar.)

Die Initiative „Kurve kriegen“ wurde auf die „Grüne Liste Prävention“, der Empfehlungsliste evaluierter Präventionsprogramme aufgenommen.

Hinweis: 
Anfragen zu möglichen Aufnahmen in die Initiative sind bitte an die Kriminalbeamtinnen zu richten!

Mehrere Menschen stehen vor einem Plakat mit der Aufschrift "Kurve kriegen"
Bild

"Kurve kriegen"

PP Bonn
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